Verwaltung & Gewerbetreibende

Motorsägenkurse

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1 Vorbemerkung
Die körperliche und geistige Eignung muss vorhanden sein. Wenn Zweifel an der körperlichen
und geistigen Eignung bestehen, sollten zur Klärung arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen beim Versicherten durch den Unternehmer veranlasst werden.
Hinweise für die arbeitsmedizinische Beurteilung können z.B. der GUV-Information
„Arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung im Forstbereich“, GUV-I 8520 (bisher
GUV 21.13) entnommen werden.
Die fachliche Eignung für die Arbeit mit der Motorsäge muss erworben werden. Der Erwerb
der erforderlichen Fachkunde als Voraussetzung der fachlichen Eignung kann
einerseits durch die Berufsausbildung, z.B. im Beruf Forstwirt oder andererseits durch
Fortbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen erworben werden.
Bei der Ausbildung von Jugendlichen ist das Jugendarbeitsschutzgesetz zu beachten.

2 Persönliche und fachliche Eignung für die Motorsägenarbeit
Der Unternehmer soll die Ausbildungsinhalte für den Fortzubildenden oder zu Qualifizierenden
so auswählen, dass sie den künftig vom Versicherten mit der Motorsäge
auszuführenden Arbeiten gerecht werden.
Zur Anmeldung eines Versicherten zur Ausbildung wird die Verwendung eines Formulars
(siehe Anlage 2) empfohlen. In diesem Formular können die Angaben zur Art der
später mit der Motorsäge auszuführenden Arbeiten gemacht werden. Bei Vorliegen
dieser Angaben wird der Ausbildungsträger in die Lage versetzt, den Inhalt der Ausbildung
den später auszuführenden Arbeiten anzupassen.
Sind spezifische Gefährdungen im späteren Einsatzbereich vorhanden, wie z.B. bei
– Arbeiten im Verkehrsbereich (Straßen),
– Arbeiten im Gleisbereich,
– Arbeiten an Steilhängen (Bergsicherung),
– Arbeiten am und auf dem Wasser,
– Arbeiten in der Nähe elektrischer Freileitungen
sollen den Aus- und Fortzubildenden die hieraus resultierenden besonderen Gefahren
und die zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen zusätzlich vermittelt werden.

Modul 1:
Grundkenntnisse (Dauer: 1 Tag)
a) Kenntnisse
Es sind grundlegende Kenntnisse zum Umgang mit der Motorsäge zu vermitteln:
• Aufbau und Funktion,
• Sicherheitseinrichtungen,
• Betriebsstoffe,
• Gefahren, die von der Motorsäge ausgehen und erforderliche Schutzmaßnahmen,
• Pflege und Wartung,
• Aufbau und Funktion der Schneidgarnitur,
• Handhabung und Umgang,
• Auswahl geeigneter Motorsägen,
• erforderliche persönliche Schutzausrüstung,
• Transport.
Bei der Vermittlung der Kenntnisse ist außerdem Bezug auf die geltenden einschlägigen
Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften und Regeln zu nehmen.

b) Fertigkeiten
Es sind praktische Fertigkeiten zu vermitteln:
• Durchführung der Vergasereinstellung,
• Schärfen der Sägeketten, einschließlich Zahngeometrie, Nachsetzen des Schnitttiefenbegrenzers,
• Durchführung des Kettenwechsels und Einstellung der Kettenspannung,
• Betanken der Säge,
• Starttechniken,
• sicheres Tragen der Säge.

Modul 2:
Sägen am liegenden Holz, einschließlich der Bearbeitung
von Holz in Spannung (Dauer: 1 Tag)
a) Voraussetzungen
Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung nach Modul 2 ist die Absolvierung
der Ausbildung nach Modul 1 .
b) Kenntnisse
Es sind Kenntnisse zu vermitteln über
• Schnitttechniken, z.B.
– Fächerschnitt,
– Stechschnitt,
– Entlastungsschnitt,
– Spannungsminderungsschnitte,
– Reaktionen der Säge bei ein- und auslaufender Kette.
• Spannungen im Holz, z.B.
– Ursachen und Verteilung von Spannungen,
– Auswirkungen von Spannungen,
– Bestimmen der Zug- und Druckseite.
c) Fertigkeiten
• Sägen mit aus- und einlaufender Kette,
• Fächerschnitt,
• Stechschnitt,
• Beurteilung von Spannungen im Holz,
• Schnitttechniken bei unter Spannung stehendem Holz, einschließlich Wahl des
sicheren Standes.

Modul 3:
Fällen und Entasten von Bäumen (Dauer: 2 Tage)
a) Voraussetzungen
Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung nach Modul 3 ist die Absolvierung
der Ausbildung nach Modul 1 und 2 . Die Unterweisung soll in Kleingruppen erfolgen.
b) Kenntnisse
• Baumbeurteilung und -ansprache,
• Witterungs- und Umgebungseinflüsse,
• Fälltechniken im Schwach- und Starkholz; Nadel- und Laubholz, bei Vor- oder Rückhänger
u.a.,
• Bedeutung von Fallkerb, Bruchleiste und -stufe,
• Einsatz von Hilfswerkzeugen,
• Sicherheitsmaßnahmen beim Fällen, z.B.
– Fallbereich bestimmen,
– Fällrichtung bestimmen,
– Rückweiche anlegen, ggf. Freiräumen des Arbeitsplatzes,
– Warnruf,
• Beseitigung von hängen gebliebenen Bäumen,
• seilunterstütztes Fällen,
• Entastungstechniken,
• Ergonomie bei der Arbeit mit der Motorsäge,
• sicherer Stand bei Fällen und Entasten.
c) Fertigkeiten
• praktische Anwendung der theoretisch erworbenen Kenntnisse bei der Fällung von
mindestens einem Schwachholz- und einem Starkholzbaum, einschließlich deren
Entastung,
• Bewertung der Fälltechnik des Ausführenden,
• Demonstration einer seilunterstützten Fällung,
• Anwendung sicherer Methoden zum zu Fall bringen von hängen gebliebenen
Bäumen.

Modul 4:
Arbeiten im Sturm und Bruchholz (Dauer: 1 Tag)
a) Voraussetzungen
Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung nach Modul 4 ist die Absolvierung
der Ausbildung nach Modul 1, 2 und 3; sowie eine mehrjährige berufliche Erfahrung in
der Arbeit mit der Motorsäge.
b) Kenntnisse
• Arbeitsorganisation bei der Windwurfaufarbeitung,
• Einsatz von technischen Hilfsmitteln,
• Beurteilung der Gefahren auf der Arbeitsfläche z.B. durch hoch stehende Wurzelteller,
durch angeschobene Bäume, durch Bruchholz und gesplittertes Holz,
• Einfluss von Witterungsbedingungen und Sichtverhältnissen,
• Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, wie z.B.
– Sicherung von Wurzeltellern,
– spezielle Fälltechniken,
– Abstimmung zwischen Maschinenführer und Motorsägenführer,
– Sicherheitsabstände bei der Arbeit,
– Beschränkung der Mitarbeiterzahl in Gefahrenbereichen.
Weitere Hinweise sind dem Leitfaden „Gewusst wie –Windwurfaufarbeitung“;
GUV-I 8567 (bisher GUV 51.14) bzw. GUV-I 8568 (bisher GUV 51.14.1) zu entnehmen.
c) Fertigkeiten
• praktische Schnittführung bei Holz in Spannung,
• praktische Übung an (künstlich erzeugtem) Windwurf 1),
• Sicherung von Wurzeltellern,
• Einsatz von Maschinen und Geräten.

Modul 5:
Arbeit mit der Motorsäge in Arbeitskörben von Hubarbeitsbühnen
und Drehleitern (Dauer: 2 Tage)
a) Voraussetzungen
Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung nach Modul 5 ist die Absolvierung
der Ausbildung nach Modul 1 und 2.
Die Befähigung zur Bedienung von Hebebühnen2).
b) Kenntnisse
• Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsort,
• sichere Arbeitstechniken, wie z.B.
– Auswahl geeigneter Motorsägen,
– Starten der Motorsäge außerhalb des Arbeitskorbes,
– Wahl der sicheren Arbeitsposition,
– anzuwendende Schnitttechniken an Ästen, Stämmen und Kronenteilen,
– Fallbereich von Ästen und Stammteilen.
c) Fertigkeiten
• Positionierung des Arbeitskorbes,
• Starten der Motorsäge,
• Vermittlung der Schnitttechniken im Arbeitskorb.

Modul 6:
Motorsägeneinsatz an Bäumen und in der Baumkrone
in Kombination mit der Seilklettertechnik
(Dauer: 2 x 5 Tage)
Die Seilklettertechnik dient dem Besteigen von Bäumen im Stamm- und Kronenbereich
zur Ausführung von Arbeiten mit der Motorsäge, dort wo Hubarbeitsbühnen, mechanische
Leitern mit Plattform, Gerüste und andere Aufstiegsmittel nicht eingesetzt werden
können.
2) nur bei Bedarf – optional, mit zusätzlich aufzuwendender Ausbildungszeit
a) Voraussetzungen:
• Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausbildung nach Modul 6 ist die Absolvierung
der Ausbildung nach Modul 1, 2 und 3.
• Durch eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen
Grundsatz G 41 – Arbeiten mit Absturzgefahr – ist die Tauglichkeit
nachzuweisen.
• Es muss eine aktuelle Ausbildung als Ersthelfer nachgewiesen werden.
Hinweise zu den erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten sind in der GUV-Information
„Merkblatt für den Motorsägeneinsatz an Bäumen und in der Baumkrone in Kombination
mit der Seilklettertechnik“, GUV-I 8525 (bisher GUV 23.6) enthalten.

Guido Sprenger, Staatl. geprüfter Forsttechniker und Forstwirtschaftsmeister, anerkannter Instruktor für Privatwaldbesitzer u. Brennholzwerber des Landes Rheinland – Pfalz

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